Guido Ingendaay: Training und Coaching

METHODEN

Die personzentrierte Gesprächsführung

Worauf es in einem hilfreichen Gespräch ankommt

Menschen fällt es so viel leichter, sich zu öffnen und mit ihren Gedanken und Gefühlen in Kontakt zu treten, wenn sie sich in einem guten Dialog mit einer anderen Person befinden. Diese Erfahrung machte auch der Psychotherapeut Carl Rogers, der den personzentrierten Ansatz entwickelte.

Rogers beschäftigte sich mit der Frage, worin genau dieser „gute“ Dialog besteht. Im Laufe seiner Forschungen erkannte er, dass es vor allem drei Fähigkeiten sind, die das Gespräch zwischen zwei Menschen zu einer bereichernden Erfahrung machen:

Die erste Fähigkeit ist die Echtheit der Kommunizierenden (Kongruenz). Echtheit bedeutet eine relative Übereinstimmung von Wirklichkeitserfahrung und Ausdruck. „Der meint, was er sagt“, ist eine Beschreibung für echtes Kommunikationsverhalten.

Die zweite Fähigkeit ist die Wertschätzung, die die Kommunizierenden sich entgegenbringen. Wertschätzung bedeutet nicht unbedingt, dass man derselben Meinung ist wie das Gegenüber, dass man aber seine Sicht- und Ausdrucksweise anerkennt und gelten lässt. Eine wertschätzende Grundhaltung drückt sich in dem Satz aus: „Du bist in Ordnung.“

Die dritte Fähigkeit ist die Einfühlung (Empathie). Unter Einfühlung versteht man das gedankliche und emotionale Sich-Hineinversetzen in die Welt des anderen, ohne dabei die Eigenständigkeit des eigenen Erlebens aufzugeben. Einfühlung ist also nicht Mitleid, sondern eine Art „fühlendes und denkendes Erfassen“. Einfühlung drückt sich beispielsweise in dem Satz aus: „Das kann ich dir nachfühlen, das verstehe ich.“

Man könnte die personzentrierte Gesprächsführung als die Kunst des „echten Zuhörens“ betrachten. In einem solchen Gespräch erfahren Sie …